Irene Sturari

Die aktuelle Gemeindeseite - Nummer 1

Bild Gesangbuch<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-herrliberg.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>286</div><div class='bid' style='display:none;'>3334</div><div class='usr' style='display:none;'>89</div>

Gemeindeseite Nr. 1 vom 29. Dezember 2017 bis 25. Januar 2018
Pfarrer Matthias Dübendorfer,
Drum singe, wem Gesang gegeben

In der reformierten Kirche Zwinglis hatte die Musik anfänglich einen schweren Stand. Obwohl Zwingli selber ein begabter Sänger und Lautenspieler war, lehnte er die Musik im Gottesdienst ab: Er ersetzte den aus liturgischen Gesängen bestehenden Messgottesdienst durch den Predigtgottesdienst. Seine Ablehnung richtete sich aber nicht gegen die Musik als solche, sondern gegen die Unverständlichkeit des traditionellen, lateinischen Messgesangs.
In den Kirchen von Basel, St. Gallen und Genf wurden deshalb schon bald nach der Reformation neue Formen des Gemeindegesangs entwickelt und eingeführt. In Zürich dauerte die musiklose Zeit allerdings bis ins Jahr 1598. Erst dann wurde der Kirchengesang in die Zürcher Liturgie aufgenommen. Mit der Zeit fanden auch weitere Musikformen ihren Weg in den Gottesdienst: Mehrstimmiger Gemeindegesang, Begleitung mit Bläsern, dann mit Orgel, selbständige Orgelmusik sowie Chormusik wurden schrittweise in die Kirchen hineingeholt.
Der Gemeindegesang bleibt allerdings die zentrale Musikform im reformierten Gottesdienst. Denn in ihm wird deutlich, dass die ganze Gemeinde Trägerin der gottesdienstlichen Feier ist; sie ist nicht ein passives Publikum, das eine Darbietung entgegennimmt, sondern sie antwortet mit ihrem Gesang aktiv auf Gottes Anrede. Das Singen kann gleichnishaft verwirklichen, was in der Gemeinde möglich sein sollte: Gemeinsamkeit, Einheit als «Leib Christi», ohne dass dabei das Individuum mit seiner Einmaligkeit und Unverwechselbarkeit geopfert werden muss.
Diese Einheit von Leib und Seele wird natürlich dann besonders intensiv erlebt, wenn der Gemeindegesang mehrstimmig und kräftig erklingen kann. Im neuen Jahr haben Sie viermal die Möglichkeit, als Sängerin oder Sänger einer "Sonntagskantorei" dazu beizutragen. Wir treffen uns jeweils eine Stunde vor dem Gottesdienst, um die Gemeindelieder mehrstimmig einzuüben. Ich würde mich freuen, Sie dabei zu haben!

Pfarrer Matthias Dübendorfer

Sonntagskantorei, Sonntag, 14. Dezember
09:30 / 10:30 Uhr, Kirche Wetzwil
Bereitgestellt: 29.12.2017     Besuche: 24 Monat 
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