Irene Sturari

Die aktuelle Gemeindeseite - Nummer 4

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Gemeindeseite 4 vom 29. März bis 26. April
Pfarrer Alexander Heit,
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Nahe am Paradies

Die Welt wird immer besser. Das behauptet Steven Pinker, ein amerikanischer Psychologe, der in Harvard lehrt. In seinem neuesten Buch, Enlightenment Now, räumt er mit der These auf, dass die Probleme dieser Welt immer grösser werden. Und er belegt seine Sicht auf die Dinge mit Zahlen. Allein in den letzten drei Jahrzehnten haben wir überall grosse Fortschritte erzielt: Pinker zeigt, dass wir weniger Kriege mit weniger Toten haben als in den 80er Jahren. In den USA wird viel weniger CO2 ausgestossen als vor dreissig Jahren. Die Weltbevölkerung hat heute viel mehr Vermögen, das – ganz gegen die allgemeine Wahrnehmung – weniger ungleich verteilt ist. Die Zahl der Atomwaffen ist von über 60.000 auf etwa 10.000 zurückgegangen. Die Zahl der demokratischen Staaten ist dagegen von 45 auf 103 gestiegen. 1988 zählte man 46 Ölkatastrophen, im Jahr 2016 waren es nur noch fünf. Wir können an dieser Stelle mit der Aufzählung aufhören.
Pinker meint, dass sich unsere Lebensverhältnisse seit dem 18. Jahrhundert unaufhörlich verbessert haben. Wir ernten heute noch die Früchte der Aufklärung. Sein optimistischer Blick auf die Geschichte folgt einem Muster, das die Aufklärung selbst erfunden hatte. Danach nähern wir uns beständig einem Idealzustand an.
Ganz anders müsste man Geschichte schreiben, wenn man auf die grossen Katastrophen des 20. Jahrhunderts fokussiert. Der Holocaust, die beiden Weltkriege oder das sowjetische Gulag-System lassen sich in Pinkers Modell wohl nur schwer einordnen.
Die Menschheit scheint beides zu produzieren: Verbesserung der Lebensverhältnisse und Katastrophen, die uns jeden Traum von einer besseren Welt zu verbieten scheinen.
Auch das Christentum hat schon immer von einer Annäherung an das Reich Gottes auf Erden geträumt und hat sich dieser Idee auch selbst verschrieben. Zugleich blendet es die Katastrophen aber nicht aus.
Komprimiert zeigt sich das an der Art, wie die Christenheit Ostern feiert. Man bedenkt den Tod und die Auferstehung, die Katastrophe und ihre Überwindung.
Karfreitag, Osternacht und Ostersonntag gehören zusammen. Als Einheit feiern wir die drei Ereignisse deshalb mit unserem Osterzyklus, in den man aber ein- uns aussteigen kann, wie man mag.

Karfreitag: 10:30 Uhr
Osternacht: 05:30 Uhr
Liturgisches Zmorge am Ostersonntag: 07:00 Uhr
Ostersonntag: 08.00 Uhr – jeweils: Kirche Tal, Herrliberg

Pfarrer Dr. Alexander Heit
Bereitgestellt: 29.03.2018     Besuche: 24 Monat 
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