Marly Straub

Ökumenischer Hofgottesdienst von Sonntag, 7. Juli 2019

2019-Hofgottesdienst 292<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-herrliberg.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>338</div><div class='bid' style='display:none;'>3784</div><div class='usr' style='display:none;'>21</div>

Gottesdienst zwischen Kuh und Heu
Marly Straub,
Lasst uns mit dem Dank beginnen, denn ohne die Gastfreundschaft der Familie Etter hätte der Hofgottesdienst nicht stattgefunden und ohne die Mithilfe der vielen ehrenamtlich Arbeitenden auch nicht. Dank gilt auch dem Männerchor Erlenbach, der unter der Leitung von Christian Meldau die Jodlermesse von Jost Marty für diesen Anlass eingeübt hat.

Ob dem Hof an der Rütibühlstrasse steht die Anlage der Familie Etter wenig abseits des schon beinahe urbanen Herrliberg, welches bereits zur Agglomeration Zürich gehört. Hier wird einem bewusst, dass Herrliberg unlängst noch ein Bauern- und Rebbauerndorf war. Inmitten grüner Felder mit Blick auf Berge und See befinden wir uns und dürfen in der übergrossen Scheune neben 80 Holstein Kühen Platz nehmen. Die Tische sind hübsch gedeckt mit Blumenschmuck und das Kuchen-Buffet, an dem wir vorbeilaufen lässt einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Glücklich dürfen wir uns wähnen im Trockenen zu sein, denn am Vortag und in der Nacht fegten gewittrige Stürme mit heftigem Hagel über das Land. Da wird einem wieder bewusst, dass die Landwirtschaft von Natur und Wetter abhängig ist, dass nicht nur ein paar Blumen im Garten oder auf dem Balkon durch Hagel zerhackt werden, sondern dieser Hagel ganze Ernten zerstören kann. War es 2018 die Trockenheit, welche den Bauern Sorge machte, ist es in diesem Jahr Sturm mit Blitz und Donner. Die Kühe - wie uns die Gastgeberin Andrea Etter erzählt – hätten am Morgen schon 1000 Liter Milch gegeben. Pfarrer Alexander Heit nimmt in seinem Predigtteil Bezug auf Zeichen und Symbole. Zeichen - welche beispielsweise im Verkehr anzufinden sind - sollten beherzigt werden. Sie symbolisieren Regeln, die einzuhalten sind, will man sich nicht strafbar machen. Symbole appellieren an die Gefühle der Menschen. Sie sind ganz anders zu verstehen. Oft meint der Geist dahinter Dinge zu sehen, welche nicht vorhanden sind. Führt das zur Transzendenz? Pfarreibeauftragte Petra Leist philosophiert über das Wort „heilig“ und lässt die Zuhörer darüber sinnieren, was dieses Wort wohl für eine Bedeutung haben. Heil und heilig sind wortverwandt, Sanktus und Sanktionen. Nach Gottes Bild sind wir geschaffen: Gott ist heilig und wir (profan) heilig? Gottes Abbild sollten wir sein und dankbar dafür, dass wir auf heiligem Boden stehen dürfen. Heilig, heilig, heilig singt der Männerchor und dann geht es zum gemütlichen, profanen Teil mit Salaten, Schinken und Fleischkäse gespendet von den beiden Kirchgemeinden, zu regen Gesprächen während die Kühe ihr Heu zu sich nehmen oder wiederkauen. Natur und Kultur sind sich so nahe.
Bereitgestellt: 07.07.2019     Besuche: 22 Monat 
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