Marly Straub

Konfirmationsgottesdienste, Sonntag, 6. September 2020

Sommerweg<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirchenweb.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>12</div><div class='bid' style='display:none;'>351</div><div class='usr' style='display:none;'>24</div>

selbstbewusst und verantwortungsvoll
Marly Straub,
Konfirmationsgottesdienste, Sonntag, 6. September 2020

mit Pfarrer Alexander Heit und Pfarrer Matthias Dübendorfer,

Nicole Flückiger, Jugendarbeiterin

Thema: Erfahrungen und religiöse Erfahrungen in der Moderne

Um es vorweg zu nehmen mit Erfahrungen hatte der diesjährige Gottesdienst gar nichts am Hut. Im Jahr der Covit 19-Pandemie war beinahe alles anders als gewohnt. Das Datum der beiden für den Mai vorgesehenen Konfirmations-Gottesdienste musste auf den September verschoben werden, auf einen Tag, aber mit zwei Zeiten: 10 Uhr und 11.30 Uhr. Angehörige der Konfirmanden waren für die Gottesdienste eingeladen, die Gemeinde wurde gebeten zu Hause zu bleiben oder den «Traditional Gottesdienst» in Zumikon zu besuchen. So wollten es die Pandemie-Vorschriften, um die Kirche nicht zu überfüllen und das Risiko einer Ansteckung zu minimieren. Das Coronavirus hat alle im Griff. Es bleibt zu hoffen, dass auch ihm der Zugang zur Kirche verwehrt wurde. Ein Eintritt in die Kirche ohne Händedesinfektion und Mundmaske war ein «no go». Das müsste dem Virus nicht gepasst haben, für alle anderen Gottesdienstgäste wohl was gewöhnungsbedürftig. Nach zwei Stunden atmete auch ich den leicht chemisch duftenden Geruch der Maske ein, als kannte ich nichts anderes und die anfänglich beschlagene Brille gab mir sogar eine klare Durchsicht auf das Konfirmationsgeschehen.
Traditionell waren Kirchentüre und Kirche selbst mit prächtigen Blumensträussen geschmückt. Traditionell sah man dem «Out-fit» der Konfirmanden und Konfirmandinnen an, dass sie zu einem festlichen Anlass kamen, kein T-Shirt, keine Jeans, nein Anzüge bei den jungen Herren und teils lange, festliche Kleider bei den Damen. Sie standen im Zentrum, an dem Tag, wo sie selbstbestimmt in die christliche Gemeinschaft aufgenommen wurden. Sie, die von den Eltern vor rund 16 Jahren getauft wurden, hatten entschieden den Weg zur Konfirmation zu begehen und am heutigen Tag zu beenden. Der Weg bis dorthin war ein Prozess, den jeder und jede wohl anders erlebt hat. Aus der Kindheit, Kindergartenzeit, Schulzeit, dem kirchlichen Unterricht und dem Konf-Jahr zogen die Konfirmanden Lehren und berichteten aus ihren Erfahrungen. Teils waren es sehr reife Überlegungen, die dem Zuhörer bewusst machten, dass es sich nicht mehr um Kinder handelte, sondern um junge Erwachsene. Die Kunst, dass Eltern ihre Kinder loslassen, obwohl sie immer noch ihre niedlichen Babys vor sich haben, ist eine Herausforderung an die Eltern. Ja, Mutter und Vater bleibt man, auch dann, wenn die Kinder sich längst weiterentwickelt haben und ihren eigenen Pfad beschreiten. Dieser Pfad ist oft mit Stolpersteinen für beide Seiten überschüttet und die Uneinigkeiten sind vorprogrammiert. Ein Innehalten in einem Gottesdienst, ein Nachdenken könnte dazu beitragen, positive wie negative Erfahrungen zu verarbeiten. Heute schien es, als sei die Barrière auf der Strasse vom Kind zum Erwachsensein geöffnet worden. Erfahrungen sind Rückblicke in die Vergangenheit. Je älter man wird, desto länger ist die Liste der Erfahrungen, desto kürzer die Zukunft. Umgekehrt soll es bei den heute Konfirmierten sein. Sie haben Ziele im Gymnasium oder in einer Lehre. Ihnen ist zu wünschen, dass sie ihren Weg machen, selbstbewusst und verantwortungsvoll, basierend auf ihren Erfahrungen.
Bereitgestellt: 06.09.2020     Besuche: 67 Monat 
aktualisiert mit kirchenweb.ch