Marly Straub

Konfirmationen Sonntag, 6.6.2021

19-Konf-A-Heit-10-21-original-mbvision.ch-DSC (Foto: Matthias Blattmann)

Unglaubliche Freundschaften
Marly Straub,
3 Konfirmationsgruppen Sonntag, 6.6.2021

Erstaunlich, wie Corona unsere Traditionen verändert. Ueber zwei Sonntage gab es fünf Konfirmationsgruppen verteilt auf drei, vier oder fünf zu Konfirmierende. Es war der zweite Sonntag, an dem sich die Feiernden mit ihren Familien, Freunden und ihren Angehörigen auf drei Gruppen verteilt in der Kirche trafen. Gegenüber der Vorwoche waren durch den Bundesrat die Schutzkonzepte etwas gelockert worden. Händedesinfektion, Mundmaske sowie Abstandsregeln bleiben Pflicht, doch es werden erstmals seit Monaten wieder 100 Personen zum Kirchenbesuch zugelassen, was bedeutet, dass die maritim anmutenden Kordeln, die jede zweite Bankreihe zur Tabuzone machten, wegfallen. Als externe Beobachterin bin ich erstaunt, wie unterschiedlich diese über alles gesehene fünf Konfirmationsfeiern ausfielen. Jede - vermutlich – den Ansprüchen der Jugendlichen entsprechend, einfach anders. So verschieden, wie ihre festliche Bekleidung, sind ihre Biografien, ihre Herkunft, ihre Wege, die sie einmal beschreiten werden. Und doch waren die Gruppen so zusammengestellt, dass der Aussenstehende das Gefühl von engen Freundschaften und gemeinsamen Erlebnissen zu spüren bekam. Es war, als durchdringe dieses jugendliche Freundschaftsgefühl das Kirchenschiff. Die erste Gruppe wählte zu ihrem Thema «CEVI». Mit Bildern, an die grosse Leinwand projiziert, zeigten sie den Weg von der Kindheit zum Erwachsenwerden auf. Gemeinsame Erlebnisse als CEVI-kind bis zur Leiterin wurden vorgetragen und bildlich untermalt, was den teilnehmenden Kirchgängern oft ein hörbares Schmunzeln entlockte. Pfarrer Alexander Heit betont, dass konfirmiert werden als passive Form falsch sei, denn sie, die Konfirmandinnen, müssten sich in Eigenverantwortung zur Kirche bekennen und mit ihrem Einverständnis den Taufentscheid ihrer Eltern ablösen. Klavier wurde von einer Konfirmandin gespielt. Später das JUNSCHI-Lied von den vier Jungdamen vorgetragen: «Du bisch mächtig» sangen die Angehörigen im Refrain mit, bevor der Pfarrer den distanzbedingten Konf-Akt durchführte und die Gäste darum bitten musste, die Kirche möglichst rasch zu verlassen, um der zweiten Gruppe Platz zu machen.

Unglaublich nimmt die zweite Gruppe zu ihrem Thema. Diese bestand aus drei Konfirmandinnen und zwei Konfirmanden. Unglaublich, dass die Konfirmation trotz dieser Pandemie stattfinden kann, unglaublich wie oft dieses Wort in x-welcher Form in der Alltagssprache verwendet wird. Unglaublich ist die Situation dann, wenn wir sie nicht erwarten. In der Kirche sprechen wir von Glauben, einem Glauben an Gott, der uns nicht im Stich lassen wird und eine Fähigkeit hat, alles in rechte Bahnen zu weisen. Unglaublich, um nicht zu sagen widersprüchlich, ist es dann, sollte dem nicht so sein. Musikalität beweist eine Konfirmandin mit ihrem Klavierspiel, Musikalität auch ihre Verwandten mit ihrem Gesangsvortrag «you raise me up to more then I can be

12 Uhr und die Kirche füllte sich erneut mit den Gästen der dritten und letzten Gruppe des Konfjahrgangs 2021: Vier Damen betraten mit Pfarrer Alexander Heit den Kirchenraum. Es ist Anstand, wenn die Gäste aufstehen beim Eintreten der beteiligten Gruppe. Gewisse Regeln braucht es aller Freiheiten zu Trotz, die wir in der heutigen Zeit geniessen. Mit dem Lied «Happy» wurden die Gäste fröhlich und klatschend eingestimmt auf das, was da noch kommen möge. Hallo, buenas dias, gruezi gingen genau so fröhlich über die Runde wie der Rest der Konfirmationsrunde. Es war eine kreative und musikbegabte Gruppe, welche sich dem Ballett, dem Cellospiel wie auch der Schauspielerei verschrieben hatte. Am Theaterspiel sei es faszinierend in eine andere Rolle schlüpfen zu können. Die Konfirmandinnen sinnierten darüber, was Freundschaft sei: Wertschätzung, Verlass aufeinander, Zusammenhalten in schwierigen Zeiten waren ein paar Schlagworte aus ihren Vorträgen. Jeder habe aber eine andere Vorstellung von Freundschaft. Selbstgewählte Bindungen sind anders als vorgegebene. Getragen zu werden durch Menschen, die einem nahe sind, gibt einem gleichzeitig ein Gefühl von Selbstbewusstsein und Selbstverantwortung.

Erinnnerungsbilder wurden vom Fotografen Matthias Blattmann erstellt, draussen vor dem Kirchenhügel mit Blick auf den See, Erinnerungsbilder an grosse und festliche Tage, die jede Familie nach ihrem Stil und Geschmack feiern konnte.

Bereitgestellt: 06.06.2021     Besuche: 4 heute, 89 Monat 
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