Marly Straub

Ökumenischer Waldgottesdienst von Sonntag, 11. Juli 2021

zweierlei (Foto: Otfried Pappe)

Alles ist anders
Marly Straub,
Ja wirklich, alles ist anders im letzten, wie auch in diesem Jahr. Ein Thema, welches am vorhergehenden Sonntag bei der Einsetzung von Pfarrerin Stina Schwarzenbach in Erlenbach aufgenommen wurde. Wurden im letzten Jahr des Coronavirus wegen viele Anlässe abgesagt, versucht die Kirche 2021 die Gunst der Stunde zu nutzen, nämlich dann, wenn Zuhörer und Zuschauer präsent sein dürfen, den immer mutierenden BAG-Regeln angepasst. Einmal dürfen nur 30 Personen anwesend sein, ein ander Mal sind es 50, dann wieder 100 oder mehr. Eines bleibt; die Abstandsregel. Alle kennen unterdessen das Händedesinfizieren, das Maskentragen in Innenräumen, die Distanz. Oft sind die Unklarheiten über «Darf man oder darf man nicht» bei Verpflegungsangeboten so gross, dass es eine gehörige Portion Motivation braucht, einen Anlauf für die Planung eines Anlasses zu nehmen. Der traditionelle Hofgottesdienst, der immer am letzten Sonntag vor den grossen Sommerferien stattfindet, fiel 2020 dem Virus zum Opfer und veränderte sich 2021 in einen Waldgottesdienst. Die Grundidee des ökumenischen OK`s war Aussenluft im frischen Wald, Stühle auseinandergestellt statt Tische für ein gemütliches Beisammensein nach der Predigt, gegrillte Wurst und Brot, jedem in die Hand gegeben, statt Buffet mit Fleisch, Salaten und feinen Kuchen zum Dessert. Alles ist anders im 2021, auch das Wetter. Heftige Gewitter mit Hagelkörnern, die Pingpong-Bällen glichen, Stürme und Starkregen, Hochwasser im Zürichsee und vielen Bächen, liessen die Organisatoren daran zweifeln, ob der Entscheid richtig sei und der Anlass so durchzuführen sei, wie geplant. Die letzten Schauer sind in den frühen Morgenstunden vorübergezogen: Es ist trocken. Hütte der Holzkorporation wie Vorplatz sind bereit, die Microphone gestellt, der Fahrdienst mit den Teilnehmern wie die sportlichen Fussgänger treffen ein. Es ist der letzte Gottesdienst der scheidenden, katholischen Gemeindeleiterin Petra Leist, den sie mit dem reformierten Pfarrer Alexander Heit halten wird. Nur Alexander Heit - trotz Doppelimpfung am Vortag positiv getestet – muss fehlen. Freundlicherweise wird er durch seinen Pfarrkollegen Matthias Dübendorfer vertreten. Geduldig warten die Anwesenden auf das Eintreffen der angekündigten Brass Band, welche den musikalischen Teil des Gottesdienstes bestreitet. Trotz Verspätung: sie spielt gut. Der Predigtinhalt entspricht einem Lob auf die Natur, der Einzigartigkeit von Menschen, Pflanzen und Tieren. Die frisch- kühl-feuchte Luft wird eingesogen, als sei sie ein Medikament und die späten Sonnenstrahlen werden als natürliche Wärmequelle genossen. Alles ist anders. Dieses Anders gilt es anzuerkennen, um das Positive im Leben über das Negative zu stellen. Ein PCR-Test mit positivem Resultat entspricht einer negativen Nachricht und schickt den Adressaten für zehn Tage in Isolation. Wie ist es doch verwirrend, was ist eigentlich positiv oder negativ? Ich meine: die Akzeptanz der Situation.
Bereitgestellt: 11.07.2021     Besuche: 50 Monat 
aktualisiert mit kirchenweb.ch